veröffentlicht am 30.10.2016



Mit einer überregionalen Demonstration am Atomstandort Lingen - an der auch wir als BI Kiel gegen Atomanlagen teilnahmen - haben rund 700 Menschen am Samstag, 29. Oktober, ein deutliches Zeichen für die Notwendigkeit eines umfassenden und sofortigen Atomausstiegs gesetzt. Die Demonstration stand unter dem Motto: „Atomkraftwerken den Saft abdrehen! Brennstoffversorgung aus Lingen und Gronau stoppen!“
Von der Bundesregierung sowie den Landesregierungen in Niedersachsen und NRW forderten die beteiligten Initiativen und Verbände u. a. die sofortige Stilllegung der niedersächsischen Atomkraftwerke Lingen und Grohnde sowie der Brennelementefabrik Lingen (Niedersachsen) und der Urananreicherungsanlage Gronau (NRW).
Bei der Demonstration in Lingen kamen neben Rednerinnen und Rednern aus den Regionen Emsland, Münsterland und Wendland auch Mitglieder von Anti-Atomkraft-Organisationen aus Belgien und Frankreich zu Wort, die vom Brennelemente-Export aus Lingen besonders stark betroffen sind. Den weitesten Weg hatte ein Kundgebungsredner aus Russland.

Uranfabriken in Gronau und Lingen sofort stilllegen!
Mit der Demonstration in Lingen hat die Anti-Atomkraft-Bewegung die internationale Bedeutung der Atomstandorte Lingen und Gronau, die beide nur ca. 40 Kilometer voneinander entfernt sind, in den öffentlichen Fokus gerückt. Verknüpft werden beide Standorte durch gefährliche Atomtransporte. Die Urananreicherungsanlage in Gronau gehört zum Urenco-Konzern und produziert angereichertes Uran, das international in Brennelementefabriken und Atomkraftwerken zum Einsatz kommt. In der Lingener Brennelementefabrik des französischen Atomkonzerns Areva werden Brennelemente für belgische und französische Schrottreaktoren hergestellt.
Im Aufruf zur Teilnahme an der Demonstration hieß es: „Während die verbleibenden 8 deutschen Atomkraftwerkebis Ende 2022 abgeschaltet werden sollen, bleibt die nukleare Infrastruktur unangetastet. Sowohl die Brennelementefabrik in Lingen (Niedersachsen) als auch die Urananreicherungsanlage in Gronau (NRW) verfügen weiterhin über eine unbefristete Betriebsgenehmigung. Beide Uranfabriken versorgen Atommeiler in aller Welt mit Brennstoff, so auch die besonders maroden Meiler Tihange, Doel, Fessenheim und Cattenom.“
Die Anti-Atomkraft-Bewegung drängt darauf, die Ausfuhr nuklearer Brennstoffe von Gronau und Lingen an die maroden AKW in Belgien und Frankreich sofort zu unterbinden. Dieser Exportstopp ist – laut einem Gutachten der IPPNW – rechtssicher möglich. Die Anti-Atomkraft-Bewegung fordert zudem, dass die Uranfabriken in Lingen und Gronau in den Atomausstieg einbezogen und sofort stillgelegt werden. Die Forderung nach Stilllegung der beiden Anlagen wird seit diesem Jahr auch von den Umweltministerinnen und Umweltministern aller Bundesländer erhoben.

Reaktorkatastrophe in Lingen, Doel oder Fessenheim hätte verheerende Konsequenzen
Der„Trägerkreis Lingen-Demonstration 29.10.2016“, der die Demonstration organisiert hat, ist darüber erfreut, dass am Samstag besorgte Menschen aus Lingen und Umgebung gemeinsam mit Menschen aus anderen Regionen auf die Straße gegangen sind. Die Gefahren, die von den Atomanlagen in Lingen und anderswo ausgehen, sind nicht auf einen Ort beschränkt. Eine Reaktorkatastrophe in Lingen, Doel oder Fessenheim hätte in weiten Teilen Europas verheerende Konsequenzen. Dies verdeutlicht auch das in den letzten Tagen veröffentlichte Gutachten zu den möglichen Folgen eines Super-GAUs im belgischen AKW Tihange. Radioaktivität kennt keine Grenzen - und der internationale Widerstand gegen die Atomindustrie und das Engagement für erneuerbare Energien und nachhaltige Arbeitsplätze auch nicht.

Umfassende Informationen zur Anti-Atomkraft-Demonstration in Lingen finden sich unter www.lingen-demo.de.

Quelle: Auszug - Pressemitteilung: Trägerkreis Lingen-Demonstration 29.10.2016
veröffentlicht am 22.05.2016



Am gestrigen Freitag fuhr erneut ein Atomtransport durch die Schleuse in Kiel-Holtenau in den Nord-Ostsee-Kanal. Das Schiff „Kapitan Yakovlev“ wird am Samstag früh in Hamburg am Burchardkai erwartet. In der Vergangenheit transportierte es regelmäßig radioaktives Material zur Herstellung von Brennelementen aus Russland nach Hamburg.
Atomkraftgegner*innen verteilten am Tiessenkai in Kiel Aufklärungsflyer über die gefährlichen Transporte.

„Das Wissen über die Atomtransporte hier durch den Kanal wird zwar mehr, ist aber immer noch bei vielen nicht angekommen – deshalb verteilen wir hier immer wieder Infomaterialien zu den Atomtransporten“, erklärte Marlene aus der BI Kiel gegen Atomanlagen. „Die Menschen sind oft überrascht über die Atomtransporte vor ihrer Nase.“

Die BI Kiel gegen Atomanlagen kämpft für den sofortigen weltweiten Atomausstieg. Um dies zu erreichen, ist ein Stopp aller Atomtransporte notwendig. „Den Atomausstieg weiter vorantreiben und die Gefahren der Atomkraft bekämpfen, können wir vor unserer Haustür – mit einem Stopp der Atomtransporte auf dem Kanal“, forderte eine weitere Teilnehmerin beim Flyer verteilen auf.

 
veröffentlicht am 19.05.2016

+ Neuer Urantransport erwartet +

Durch Kiel-Holtenau wird ein neuer Atomtransport erwartet.
Die "Kapitan Yakovlev" hat vermutlich Uranprodukte zur Produktion von Brennelementen in der Brennelementefabrik in Lingen oder fertige Brennelemente für Atomkraftwerke geladen. Sie wird vermutlich morgen abend in Kiel-Holtenau durch den Nord-Ostsee-Kanal fahren. Deshalb treffen wir uns morgen (Freitag) um 16 Uhr am Tiessenkai um nochmal Flyer zu verteilen und möglichst viele Menschen auf die Transporte zur Aufrechterhaltung der Atomindustrie aufmerksam zu machen! Kommt vorbei!
veröffentlicht am 02.05.2016



Am Sonntag Abend ist erneut mindestens ein Atomtransport durch Kiel in den Nord-Ostsee-Kanal gefahren. Atomkraftgegner_innen verteilten am Tiessenkai in Kiel-Holtenau vor und während der Durchfahrt der Atomtransport-Schiffe „Kholmogory“ und „Kapitan Yakovlev“ Informationsflyer und protestierten gegen die andauernden Transporte. Die „Kapitan Yakovlev“ wird am Montag morgen im Hamburger Hafen erwartet. Das geladene radioaktive Material wird dort umgeschlagen.

„Die Atomtransporte dienen zum Weiterbetrieb von Atomanlagen weltweit und damit zur Verbreitung radioaktiver Strahlung und zahlreicher Gesundheitsgefahren. Wir müssen die Transporte stoppen um die Atomindustrie zu stoppen.“ erklärt Irene, eine der Teilnehmer_innen an der Mahnwache ihre Motivation, „Zu den Gefahren beim Betrieb von Atomkraftwerken kommen schon beim Abbau Umweltzerstörungen durch gigantische radioaktive Müllmengen, die auf Halden und in Schlammbecken gelagert werden und sich über die Luft in die Umwelt verteilen.“

Auf den Tag genau drei Jahre ist es zudem her, dass im Hamburger Hafen ein Atomfrachter brannte, die „Atlantic Cartier“ und beinahe eine Katastrophe auslöste – auch solche Transportunfälle sind auf dem Nord-Ostsee-Kanal keine Seltenheit.

Die jetzige Aktion steht im Rahmen von Aktionstagen gegen Urantransporte, bei denen es schon in anderen Städten zu Aktionen gekommen war, unter anderem zu einer Abseilaktion vor einem Urantransport in Buchholz.



Ostermontag: Aktion gegen Atomtransporte

Eingestellt von Thorge Ott On 01:36 0 Kommentare
veröffentlicht am 28.03.2016

Am Ostermontag (28.03.2016) gegen 14:00 Uhr starten wir eine kleine Aufklärungsaktion in Kiel-Holtenau am Tiessenkai. Wir werden Flugblätter gegen die ständigen Urantransporte auf dem Nord-Ostsee-Kanal an die TouristInnen und AnwohnerInnen verteilen bei vermutlich schönstem Sonnenschein und anschließendem Kaffeetrinken. Mitwirkende sind herzlich willkommen.

Die übliche Mahnwache mit Infostand, 18 bis 19 Uhr in der Holstenstraße, fällt wegen des Feiertags aus - damit geht es am 4. April weiter.
veröffentlicht am 12.03.2016

Fukushima – Erinnern heißt den Weiterbetrieb von Atomanlagen verhindern!
Es war der 11. März 2011 als nach einem schweren Erdbeben und einem Tsunami zwei Atomkraftwerke im japanischen Fukushima explodierten. Mehr als 150.000 Menschen mussten umgesiedelt werden, die meisten von ihnen ohne die Chance, jemals wieder zurückzukehren. Die Zahl der Schilddrüsenerkrankungen bei Kindern geht in die Tausende, viele andere Strahlenerkrankungen werden folgen.

2016 Feels like Atomausstieg?
Infolge dessen wurde in Deutschland der sog. Atomausstieg verkündet, der neben der Stilllegung einiger Schrottreaktoren vor allem den Weiterbetrieb der profitabelsten Reaktoren für ein weiteres Jahrzehnt festschrieb. Darüber hinaus behielten die international bedeutenden Atomfabriken in Lingen (10% aller Brennelemente weltweit werden dort produziert) und Gronau (rund 10% der Urananreicherung weltweit findet hier statt) ihre unbefristete Betriebserlaubnis.
Die Versorgung dieser Atomfabriken mit frischem Uran und der Abtransport der z.T. extrem gefährlichen Produkte (angereichertes Uran und Brennelemente) führt dabei zu mehreren hundert Urantransporten jährlich.
Mit einem Atomausstieg hat das alles nichts zu tun und zeigt leider wieder: Atomausstieg ist Handarbeit, das heißt: beobachten, begleiten, eingreifen, blockieren – deshalb dieser Aktionstag.
Wer den Atomausstieg will, muss selbst aktiv werden. Also raus an die Schiene!

Uranabbau ist Supergau
Wir wollen am Beginn der atomaren Brennstoffkette ansetzen!
Denn die zerstörerische Verarbeitungskette des Urans, vom Bergwerk über die Konversions– und Anreicherungsanlagen zum Brennelement und schließlich bis zum AKW, beginnt mit dem Uranabbau und dem anschließenden Transport von Uranerzkonzentrat (Yellow Cake) in die weiterverarbeitenden Betriebe.
Konkret geht es bei unserem jetzigen Aufruf daher um Transporte von Uranerzkonzentrat. Diese Transporte werden regelmäßig im Hamburger Hafen verladen und fahren dann per Zug weiter quer durch Deutschland und Frankreich nach Narbonne, inklusive radioaktiver Strahlung und entsprechender Gefährdung. Das Uranerzkonzentrat kommt auf Schiffen aus Namibia über den Atlantik oder aus Usbekistan, Kasachstan bzw. Russland über den Nord-Ostsee-Kanal nach Hamburg.

Das Uran muss in der Erde bleiben -
Leave uranium in the ground – Laissons l'uranium dans le sol

Der Abbau von Uran geht einher mit enormen Umweltzerstörungen, meist verbunden mit Menschenrechtsverletzungen. Die gigantischen Mengen an radioaktivem Abraum, die beim Tagebau entstehen, lagern in Namibia beispielsweise unter freiem Himmel, der Staub wird über das Land geweht, und sorgt für radioaktive Verseuchung und entsprechende Gesundheitsschäden rund um die Abbaugebiete. Die beim Auswaschen des Urans benötigten Wassermengen fehlen an anderer Stelle als Trinkwasser.
Umweltzerstörungen im globalen Maßstab dienen also dazu, dass reiche Länder auf Kosten der Anderen mit Energierohstoffen versorgt werden.

Was kannst Du tun?
Wir werden den ersten Urantransport nach dem Fukushima Jahrestag, dem 11.3., von Hamburg nach Narbonne / Malvesie mit Protestaktionen begleiten.
Wann ein Transport erwartet wird, erfährst Du auf der Seite urantransporte.de, die Du im Aktionszeitraum regelmäßig checken solltest.
In Kiel wird es eine Mahnwache am Tiessenkai in Kiel-Holtenau geben. Bring möglichst große Transparente mit.
Da nicht klar ist, wann ein entsprechendes Schiff in die Schleuse einfährt, kannst Du deine Handynummer/Mailadresse hinterlassen (per Mail an kielatom@posteo.de) und bekommst eine SMS oder eine Mail, wenn der genaue Treffpunkt bekannt ist. Erfahrungsgemäß fahren die Schiffe meist am frühen Abend in den Nord-Ostsee-Kanal ein.

Aktuelle Informationen
Allgemein: www.urantransport.de
Kiel: http://bi-kiel.blogspot.de/
Ticker zum Transport: https://twitter.com/urantransport

Für eine Gesellschaft in der Atomanlagen nicht möglich sind!
veröffentlicht am 14.02.2016

Vor 5 Jahren, am 11. März 2011, gerieten nach einem Erdbeben und Tsunami 3 Reaktoren der Atomanlage in Fukushima außer Kontrolle. Obwohl die besondere Gefährdung dieser Region bekannt war, wurde auch dieses AKW aus Profitgier gebaut und betrieben. Tausende Menschen mussten nach dem Super-GAU ihre Heimat verlassen. In der Region steigt die Zahl der Menschen mit Schilddrüsenkrebs unaufhörlich. Seit dem Unfall fließen täglich 200 t hochverstrahltes Wasser aus der Reaktoranlage in den Pazifik. Diese Verstrahlung hat bereits den amerikanischen Kontinent in Höhe von Kalifornien erreicht. Nach dem japanischen Super-GAU wurden in Deutschland nur 8 von 17 Reaktoren abgeschaltet. Die restlichen Atomkraftwerke dürfen zum Teil noch bis zum Jahr 2022 weiterlaufen. Sie erzeugen damit täglich große Mengen hochradioaktiven Atommülls, bei dem bis heute weltweit niemand weiß, wo er sicher gelagert werden kann. Außerdem besteht bei jedem dieser Reaktoren jeden Tag die Gefahr eines Super-GAUs – auch in Deutschland.

Der sogenannte Atomausstieg gilt nicht für die Urananreicherungsanl­age in Gronau und die Brennelementefabrik in Lingen. Sie besitzen beide eine unbefristete Betriebserlaubnis. Somit dürfen sie auch nach 2022 weiter Brennelemente für Atomkraftwerke herstellen bzw. Uran 235 anreichern. Von Lingen aus werden ca. 10% der weltweiten Atomkraftwerke beliefert. Deutsche Firmen und Banken sind weltweit maßgeblich beim Bau von Atomanlagen beteiligt.
Global ist die Atomkraftnutzung der Einstieg in den Atombombenbau.

Atomanlagen stellen bereits in Friedenszeiten eine verantwortungslose Bedrohung für alles Leben auf der Erde dar. Unter Bedingungen, die zunehmend von militärischen Konflikten, Anschlägen und regionalen Kriegen bis zur permanenten Eskalationsgefahr zu einem Weltkrieg gekennzeichnet sind, verschärft sich diese Gefahr.

Nur eine weltweit konsequente Anti-Atom- sowie entschlossene Friedenspolitik können diese bedrohliche Entwicklung mit atomarer Aufrüstung und der konkreten Planung von Atomwaffeneinsätzen stoppen.
Fracking, bei dem giftige Substanzen in den Boden geleitet werden, und Kohleverbrennung mit hohem CO²-Ausstoß sind keine Alternativen zur Atomkraft.

Einzige Lösung ist daher die Umstellung auf dezentrale, vergesellschaftete erneuerbare Energien und eine Senkung des Energieverbrauchs.

Deshalb fordern wir:
Sofortiger Stopp aller Atomkraftwerke und Atomanlagen!

Asmus-Bremer-Platz
Holstenstraße 53
24103 Kiel
Beginn: 12 Uhr, 12. März 2016

Unterstützende Gruppen: BUND SH, Bundesverband WindEnergie, Fukushima Mahnwache Schönberg, Friedenswerkstatt, DFG-VK Kiel, BI Kiel gegen Atomanlagen, IPPNW, ATTAC, Netzwerk Energiewende Lübeck gegen Atomkraft, für Klimaschutz, MontagsdemonstrantIn­nen Lübeck, .ausgestrahlt e.V., MAUS (Meßstelle für Arbeits- und Umweltschutz e.V.), SAND (Systemoppositionelle Atomkraft Nein Danke-Gruppe), COMM e.V.

Kontakt: BI gegen Atomanlagen c/o Friedenswerkstatt, Exerzierplatz 19, 24103 Kiel
http://bi-kiel.blogspot.de , Facebook: Montagsdemo Kiel, kielatom@posteo.de

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